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Cannabis Aktien: Vom Strohfeuer zur neuen Anlageklasse

Ein Marktkommentar zur US-Entscheidung vom 18. Dezember 2025 von Cansoul

Wir haben Jahre auf diesen Tag gewartet: US-Präsident Donald Trump hat am 18. Dezember 2025 die Executive Order unterzeichnet, um die Neueinstufung (Rescheduling) von Cannabis in Schedule III “auf dem schnellstmöglichen Weg” zu vollziehen.

Der Blick auf die roten Kurszettel wirkt heute paradox, ist aber ein klassisches “Sell the News”-Szenario. Während Spekulanten Gewinne realisieren, entsteht für strategische Investoren genau jetzt die größte Chance: Die Diskrepanz zwischen sinkenden Kursen und drastisch verbesserten Fundamentaldaten.

Der doppelte Gamechanger: Compliance & Uplisting

Das Rescheduling ist weit mehr als nur Kosmetik. Es beseitigt die zwei größten Hürden, die institutionelles Kapital bisher blockiert haben:

  • Vom “Pariah” zum ESG-Asset: Bisher wurde Cannabis in Schedule I geführt (auf einer Stufe mit Heroin), was den Sektor auf die “Blacklists” fast aller Compliance-Abteilungen setzte. Mit Schedule III wird Cannabis zu einer regulierten Substanz, die ESG-Kriterien erfüllt. Der Sektor wandert von der Blacklist auf die Watchlist großer Kapitalgeber.
  • Uplisting an die Wall Street: Bisher müssen US-Cannabisfirmen an kleineren kanadischen Börsen (CSE) notieren. Mit der Neuregelung wird der Weg für ein Uplisting an die NYSE und NASDAQ frei. Dies erhöht nicht nur massiv die Visibilität. Viel entscheidender: Viele institutionelle und professionelle Investoren durften bisher per Mandat gar nicht in Kanada oder “Over-the-Counter” (OTC) investieren. Das Uplisting macht die Aktien für diese gigantischen Kapitalsammelstellen technisch überhaupt erst kaufbar.

Finanzieller Befreiungsschlag: Das Ende von 280E

Parallel dazu ändert sich die Mathematik der Unternehmen. Mit Schedule III fällt der Paragraf 280E des US-Steuergesetzbuches. Charlie Bachtell (CEO Cresco Labs) spricht zurecht von einem “historischen Wandel”. Unternehmen, die bisher effektive Steuersätze von teils über 70 % zahlten, können nun normale Betriebsausgaben geltend machen. Das Resultat: Sofortige Cashflow-Verbesserung und massive Stärkung der Bonität.

Daniel Stehr, Gründer von Cansoul, ordnet die Lage ein:

Daniel Stehr

„Wir erleben die Transformation von einer spekulativen Nische in eine fundamentale Anlageklasse. Die Entscheidung beendet die Ära der ‚Strohfeuer‘. Ab jetzt zählen Cashflow, Compliance und die Verfügbarkeit an US-Börsen. Als Fondsmanager habe ich genau auf diese langfristige Investierbarkeit gewartet.“

Fazit und Zeitplan

Präsident Trump hat eine beschleunigte Umsetzung angeordnet, um bürokratische Hürden zu umgehen. Wir halten eine Inkraftsetzung der “Final Rule” im Laufe des zweiten Quartals 2026 für realistisch. Während Daytrader verkaufen, positioniert sich das “Smart Money” neu. Die Kombination aus Steuerentlastung, ESG-Konformität und dem Sprung an die US-Börsen sorgt für eine fundamentale Neubewertung der Branche.