Globale Cannabis-Unternehmensnachrichten

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16/10/2025

Cresco Labs 2025: Strategische Neuausrichtung und Schuldenabbau

Cresco Labs, einer der größten vertikal integrierten Cannabisproduzenten der USA, hat 2025 ein Jahr der Restrukturierung und finanziellen Neuausrichtung erlebt. Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 164 Millionen US-Dollar und einen operativen Cashflow von 9 Millionen US-Dollar. Die bereinigte Bruttomarge lag bei 50,6 Prozent, während der Nettoverlust 14 Millionen US-Dollar betrug.

Ein zentraler Schritt war die Refinanzierung der Unternehmensverbindlichkeiten: Cresco Labs schloss ein neues, besichertes Term-Darlehen über 325 Millionen US-Dollar mit Laufzeit bis 2030 ab, um bestehende Schulden umzuschulden und die Bilanz zu stärken. Das Management betonte, dass dieser Schritt die finanzielle Flexibilität erhöhen und die Zinsbelastung langfristig senken soll.

Strategisch entschied sich Cresco, den kalifornischen Markt zu verlassen, um Kapital auf profitablere Kernmärkte zu konzentrieren. Die hohen regulatorischen Kosten und der anhaltende Preisdruck in Kalifornien hatten die Rentabilität stark beeinträchtigt.

Trotz der Fortschritte bei Cashflow und Kostenkontrolle wurde die Aktie im Oktober 2025 von Analysten bei Zacks Research auf „Strong Sell“ herabgestuft. Cresco Labs bleibt dennoch bestrebt, durch Fokussierung auf margenstärkere Märkte und Effizienzprogramme langfristig Wert für Investoren zu schaffen.

Cantourage Group SE 2025: Rekordumsätze und profitables Wachstum

Die Cantourage Group SE hat im Jahr 2025 ihre Position als einer der führenden europäischen Anbieter von medizinischem Cannabis weiter ausgebaut und ein starkes Umsatz- und Gewinnwachstum erzielt. Bereits im ersten Quartal erreichte das Berliner Unternehmen einen Rekordumsatz von 25,6 Millionen Euro – der höchste Quartalsumsatz in der Firmengeschichte. Besonders im März 2025 konnte erstmals ein Monatsumsatz von über 10,7 Millionen Euro erzielt werden.

Im April 2025 setzte Cantourage diesen Trend fort und verbuchte mit 11,1 Millionen Euro erneut einen Rekordmonat. Das Unternehmen berichtete für das erste Quartal eine EBITDA-Marge zwischen 11 und 13 Prozent, was auf eine deutlich verbesserte operative Effizienz hinweist. Kumuliert lag der Umsatz bis Ende April bereits bei über 36 Millionen Euro.

Das profitable Wachstum basiert vor allem auf der internationalen Expansion und dem Ausbau der Lieferketten. Cantourage exportiert medizinisches Cannabis in mehrere europäische Märkte und arbeitet mit einer Vielzahl lizenzierter Produzenten zusammen. Damit profitiert das Unternehmen von der fortschreitenden Legalisierung und steigenden Patientenzahlen in Deutschland und anderen EU-Staaten.

Bereits im Vorjahr 2024 hatte Cantourage den Jahresumsatz auf 51,4 Millionen Euro gesteigert – ein Plus von 118 Prozent gegenüber 2023. Mit der konsequenten Umsetzung seiner Wachstumsstrategie und weiteren internationalen Partnerschaften sieht sich das Unternehmen 2025 auf Kurs, seine Marktführerschaft im europäischen Cannabissektor weiter auszubauen.

02/10/2025

Aurora Cannabis 2025: Wachstum, internationale Expansion und finanzieller Wendepunkt

Aurora Cannabis Inc., ein führender kanadischer Produzent von medizinischem Cannabis mit Sitz in Edmonton, hat im Jahr 2025 bedeutende Fortschritte bei seiner internationalen Expansion und finanziellen Stabilisierung erzielt. Das Unternehmen konnte sein internationales Geschäft deutlich ausbauen – die Auslandserlöse verdoppelten sich im vierten Quartal des Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr.

Im Gesamtjahr 2025 erwirtschaftete Aurora einen Umsatz von rund 90,5 Millionen kanadischen Dollar. Der Schwerpunkt lag weiterhin auf dem medizinischen Segment, das stabile Margen und nachhaltiges Wachstum bietet. Gleichzeitig gelang es dem Unternehmen, mehrfach positiven Free Cash Flow zu generieren – ein wichtiger Meilenstein nach mehreren Jahren mit hohen Verlusten.

Aurora konzentrierte sich 2025 auf Effizienzprogramme, Kostensenkungen und die Stärkung der Bilanz. Der operative Fokus lag auf profitabler Expansion in Europa, Australien und Israel, wo die Nachfrage nach medizinischem Cannabis stetig zunimmt. Das Management bestätigte, dass die internationale Sparte künftig den größten Wachstumstreiber des Unternehmens darstellen soll.

Im Juni 2025 reagierte der Kapitalmarkt auf die Ankündigung eines kurzfristig erwarteten Umsatzrückgangs in einzelnen Auslandsmärkten mit Kursverlusten, dennoch zeigte sich Aurora finanziell stabil. Auf der H.C. Wainwright Investment Conference im September 2025 betonte CFO Simona King die Fortschritte beim Cashflow und die Strategie, durch selektive Märkteingänge langfristige Rentabilität zu sichern.

Aurora Cannabis sieht sich 2025 in einer Übergangsphase: Nach Jahren der Restrukturierung tritt das Unternehmen zunehmend als internationaler Anbieter medizinischer Cannabisprodukte auf, der Effizienz, Stabilität und nachhaltiges Wachstum in den Mittelpunkt stellt.

01/10/2025

Ascend Wellness Holdings 2025: Konsolidierung, Digitalisierung und Wachstum

Ascend Wellness Holdings (AWH) hat 2025 ein Jahr der Konsolidierung, Digitalisierung und finanziellen Stabilisierung erlebt. Im ersten Quartal erzielte das Unternehmen 128 Mio. USD Umsatz, ein bereinigtes EBITDA von 27 Mio. USD und zum neunten Mal in Folge positiven operativen Cashflow. Der Nettoverlust lag bei 19,3 Mio. USD. AWH kündigte den Ausbau des Filialnetzes in mehreren Bundesstaaten sowie den Rückkauf eigener Aktien an.

Im zweiten Quartal blieb der Umsatz mit 127,3 Mio. USD stabil. Das bereinigte EBITDA stieg auf 28,6 Mio. USD bei einer Marge von 22,4 %. AWH erzielte zum zehnten Mal in Folge positiven operativen Cashflow und verfügte über 95,3 Mio. USD an liquiden Mitteln.

Im Juli startete das Unternehmen ein neues digitales Ökosystem mit überarbeiteter E-Commerce-Plattform, App und Treueprogramm „Ascenders Club“, um Kundenbindung und Online-Vertrieb zu stärken.

Zudem sicherte sich AWH im September eine besicherte Finanzierung über 9,3 Mio. USD für Immobilien in Ohio und hatte zuvor bereits 50 Mio. USD über eine Privatplatzierung aufgenommen.

Mit Fokus auf Kostendisziplin, Effizienz und digitaler Expansion verfolgt AWH 2025 eine Strategie, um trotz Markt- und Preisdruck langfristig profitabel zu wachsen.

13/10/2025

Nachwirkungen – Q2 2025 und Entscheidungsschlacht bei MediPharm

In den Monaten nach Q1 2025 setzte sich das momentum von MediPharm fort – begleitet von intensiven Aktionärsauseinandersetzungen und richtungsweisenden Entscheidungen. So meldete MediPharm im August 2025, dass der Umsatz im zweiten Quartal 2025 11,8 Mio. CAD erreichte – ein Wachstum von 14 % gegenüber Q2 2024. Der internationale medizinische Cannabisbereich wuchs um 50 % und trug 6,7 Mio. CAD zum Umsatz bei, was 57 % des Gesamtumsatzes entspricht. Die liquiden Mittel stiegen auf 10,4 Mio. CAD, trotz zusätzlicher Kosten aus dem Proxy-Wahlkampf. (Quelle: MediPharm Q2 Bericht)

Begleitet wurde dieses Wachstum von einem harten Kampf um die Kontrolle des Unternehmens: Am 16. Juni 2025 kam es zur jährlichen Hauptversammlung, bei der die Aktionäre über die Vorstöße von Apollo Capital abstimmten. Medienberichte deuten darauf hin, dass Apollo den Proxy-Krieg für sich entscheiden konnte – ein klarer Sieg für die Dissidenten. (Quelle: Finanzpresse)

Vor der Abstimmung hatte MediPharm Board eine Gegenkampagne lanciert: Am 28. Mai 2025 veröffentlichte der Board einen Brief an die Aktionäre, in dem er Apollo als opportunistisch und wenig durchdacht beschrieb. Die Unternehmensführung warnt, dass eine Übernahme durch Apollo das laufende Wachstum gefährden könnte und kritisiert die fehlende operative Substanz des Dissidentenplans. (Quelle: MediPharm Board Letter)

Apollo wiederum kritisierte in seiner überarbeiteten Proxy-Unterlage die Führung von MediPharm für ineffizientes Management, überhöhte Vergütungen und fortgesetzte Wertvernichtung. Apollo nominierte sechs Kandidaten mit Expertise in Umstrukturierung, M&A und operativer Führung und behauptete, eine vollständige Neuausrichtung von MediPharm sei dringend nötig. (Quelle: Apollo Circular)

Mit dem Ende der Abstimmung und dem Sieg von Apollo beginnt für MediPharm eine neue Phase: Der strategische Kurs, das Management und der Board stehen vor einem Reset. Gleichzeitig zeigen die operativen Kennzahlen, dass das Wachstum in Auslandsmärkten greift und die Finanzen florieren – doch die wahre Herausforderung liegt nun in der Umsetzung eines stabilen, zukunftsgerichteten Plans ohne interne Querelen.

02/07/2025

Wegmarke zur Profitabilität & Machtkampf um MediPharm

MediPharm Labs hat im ersten Quartal 2025 eine wichtige Wendemarke erreicht und das Wachstum des Unternehmens mit strategischem Druck und Aktionärskonflikten verknüpft. Laut der Pressemitteilung „MediPharm Labs Announces Strong Q1 2025 Results“ erzielte MediPharm einen Umsatz von 10,8 Mio. CAD, was einem Zuwachs von 11 % gegenüber Q1 2024 entspricht. Der Bruttogewinn lag bei 4,2 Mio. CAD, das entspricht einer Marge von 38,7 %, deutlich über der Marge von 27,4 % im Vorjahr. Die operative Effizienz wurde durch einen Rückgang der Aufwendungen um 1,3 Mio. CAD gestützt. Entscheidend: MediPharm meldete ein positives Adjusted EBITDA von 0,1 Mio. CAD – ein symbolischer, aber wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Profitabilität. Das Unternehmen meldet zudem, praktisch schuldenfrei zu sein und über liquide Mittel in Höhe von 8,4 Mio. CAD zu verfügen. (Quelle: Pressemitteilung MediPharm)

Ein Treiber des Wachstums war die Auslandssparte: Der internationale medizinische Cannabisumsatz stieg um 87 % auf 5,9 Mio. CAD und machte 55 % des Gesamtumsatzes aus. Besonders der Verkauf von Blüten und Dronabinol in Deutschland, Australien und Großbritannien sowie ein neues Vertriebsabkommen mit dem brasilianischen Pharmakonzern Laboratório Teuto wurden dafür angeführt. (Quelle: Pressemitteilung)

Zeitlich parallel präsentierte der Großaktionär Apollo Capital einen aggressiven Plan zur Neuausrichtung von MediPharm. In der Pressemitteilung „Apollo Capital Releases Investor Presentation Highlighting Plan to Make MediPharm Labs the World’s Leading International Medical Cannabis Company“ forderte Apollo eine umfassende Umstrukturierung, kritisierte das Management wegen überhöhter Vergütungen und unternehmerischer Fehlentscheidungen und nominiert sechs neue Direktoren, die den Kurs ändern sollen. Apollo, der etwa 3 % der Aktien hält, ruft die Aktionäre auf, mit der “Gold Proxy Card” zu stimmen und das bisherige Führungsteam abzuwählen. (Quelle: Apollo-Pressemitteilung)

MediPharm reagierte defensiv: In seiner Investorenpräsentation (Juni 2025) stellte die Unternehmensleitung klar, dass viele der von Apollo geforderten Maßnahmen bereits umgesetzt würden – etwa Umsatzwachstum, Kostenreduktion und Internationalisierung. Die Präsentation warnte zudem, ein Sieg der Dissidenten könne strategische Partner verunsichern, das Management destabilisieren und das operative Geschäft gefährden. (Quelle: Investor Presentation)

Dieses Spannungsfeld – erste schwarze Zahlen bei gleichzeitigem Aktionärsstreit – prägt das Bild von MediPharm im Sommer 2025: Ein Unternehmen, das sich auf dem Pfad zur nachhaltigen Profitabilität sieht, aber zugleich um seine strategische Kontrolle kämpft.